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Niederes Großwandeck/Gosaukamm, Touren ohne Namen. Vermutlich VIII- ( VII/Ao).

 

Eigentlich wollten wir ja die Route „Diran“ am Großwandeck klettern, aber der überraschend viele und noch dazu weiche Schnee verhinderte den Zugang zu dieser Tour. Somit fanden wir zum Glück eine sehr schöne Ausweichtour, deren Name sich jedoch nicht eruieren ließ. Am Anfang jeder Klettertour steht jedoch der Zustieg und dieser konnte sich sehen lassen. Von der Unterhofalm um 8.00 gestartet, in Wiesen von Schneerosen, konnten wir schon bald die  Bretter anschnallen und zwischen den Latschen ließen sich immer wieder Schneerinnen finden, welche zur Hofpürgelhütte leiteten. Das Wetter prächtig und die Stimmung gut, konnten wir doch endlich wieder unsere Finger an den Fels legen. Doch der Weg bis dahin gestaltete sich aufwendiger als erwartet. Bereits um 9.00 war der Firn Knöcheltief und mit jedem Meter an Höhe wurde der Schnee tiefer. Nassschneelawinen donnerten von allen Seiten in die Kare, nur langsam kamen wir dem Steigelpass näher, welcher sich als doch sehr unangenehmes Hindernis erwies. Im tiefen Schnee spurten wir in Richtung Scharte, von welcher große Wächten uns entgegengrinsten. Die letzten 30 Meter mussten die Schi auf den Rucksach, um sich im brüchig, steilen Schrofengelände über die Abschlusskante zu wälzen. Wie sollen wir denn hier in einigen Stunden  wieder sicher hinunter kommen ? Egal, der Weg zum Großwandeck ist frei und nach 45 Minuten stehen wir am Einstieg unserer Ausweichtour. Unglaubliche Mengen an Bohrhaken weisen den Weg nach oben, sodass die Orientierung leicht fällt. Der Fels fühlt sich an, als hätte es keine Winterpause gegeben. Die schwerste Stelle geht gut A0 ( für Peter natürlich Rotpunkt) und im  Nu sind die 5 SL hinter uns. Das Abseilen macht keine Schwierigkeiten und so können wir von einer 2. Tour daneben noch weitere 3 SL im besten Fels genießen. Um Halb drei stehen wir schließlich wieder in unseren Schischuhen und der Gegenanstieg zum Steigelpass beginnt. Irgendwie ein komisches Gefühl in der Magengrube, wenn man einen unsicheren Rückweg antritt. Aber der Sulzschnee fährt sich besser als gedacht. Natürlich gehen Nassschneerutsche ab, aber die können gut umfahren werden. Am Pass mogeln wir uns unter den Wächten über einige Felsvorsprünge durch und danach ist alles wieder in Butter. Die Schi müssen letztendlich nur 15 Minuten getragen werden und glücklich beim Auto wieder angekommen sind wir uns erneut einig: die Klettersaison hat gut begonnen.


Walter

     

 

Last update: 18.09.2011 Kontakt: info@karwendler.at
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