Niederes Großwandeck, „Golden Gate“, VIII-,(VII, Ao)
Eisgrubenturm, „Emmentaler extrem“, VIII-/ VIII, (VII,Ao) |
Eigentlich wollten wir schon vor 3 Tagen Klettern, aber ein gezielter Schlag mit dem Hammer auf meinen Daumen und ein durch eine Seemuschel aufgeschnittener Fuß von Christian ließ uns doch bis Samstag warten.
Ein prächtiger Tag kündigt sich an und um 5.30 bekomme ich bei Christian einen Kaffee noch schnell serviert und ab geht’s auf die Autobahn um noch rechtzeitig den obligatorischen Urlauberstau zu erwischen. Wir hatten Glück, denn es war der bisher größte Stau in der Saison mit immerhin 35 km Länge und so konnten wir die Fahrgeschwindigkeit bereits vor Werfen auf Schritttempo reduzieren. Nach einer Stunde mussten wir dann leider bei Hüttau abfahren um doch noch rechtzeitig zu unserem Ausgangspunkt, die Oberhofalm bei Filzmoos/Gosaukamm, zu gelangen.
Um 8.30 schwitzten wir dann ostseitig doch ganz ordentlich am Fuß der Bischofsmütze vorbei über den Steiglpass zu unserem Ziel, dem Niederen Großwandeck. Die Golden Gate, eine Plaisierroute im gehobenen Schwierigkeitsgrad war unser Ziel. 8 SL, bis auf eine im VI+, alle zw. VII und VIII, forderten mich dann doch ganz ordentlich, aber mit so durchtrainierten Sportkletterern bleibt einem nichts anderes übrig. Wie gewohnt meistert Christian die Schwierigkeiten ohne mit der Wimper zu zucken und schon bald geht es abseilend zu den Rucksäcken zurück. Also so etwas, es ist erst 14.00 und schon muß eine 2. Tour her. Die Trinkreserven sind bei der Hitze zwar schon aufgebraucht, aber der Kletterdrang ist nicht zu stillen. Also geht’s in knapp einer Stund zum nächsten Ziel, dem Eisgrubenturm. Zwar nur 5 SL, jedoch keine leichter als VII+. Der einzige Vorteil dieser Tour ist die Nordseite, denn die Sonne hat uns schon ganz ordentlich zugesetzt. Schon zieht Christian die 1. SL hinauf. Der Felscharakter hat sich völlig verändert, es kommt richtig Nordwandcharakter auf, etwas feucht, etwas brüchiger, düstere Atmosphäre, irgendwie erinnert das ganze an eine Lalidererwand, nur in Minimalformat mit sehr guter Absicherung aber wirklich schwer. Christian muß alles führen und je weiter wir hinauf kommen, desto schwächer werden die Akus. Aber sauber wird jede SL von Christian im 8.Grad on sight gemeistert. Ich bin jedoch je weiter es hinauf geht um jeden Haken froh. Nahezu erschöpft erreichen wir um 17.30 den Gipfel und völlig ausgedörrt geht es ans abseilen über die brüchige Westkante. Am Geschimpfe merkt man die Ermüdung und so hört man uns im ganzen Kar. Doch nach 2 Std. hebt sich die Stimmung bei Apfelsaft, Radler, Bier und Most sichtlich. Wieder einmal ein perfekter Tag, nur der fehlende Stau auf der Autobahn stimmt uns etwas traurig.
Walter |