Endlich ist das Schlechtwetter vorbei, doch leider erst Mitte der Woche. Wer weiß, ob das Wochenende nicht schon wieder schlecht wird. Also muss auch die Arbeitswoche herhalten. Donnerstag Vormittag muss reichen, um eine nette Tour unter zu bringen.
Die Platten am Hochkönig sind sicher schon trocken.
So, nun fehlt nur noch ein Kletterpartner, der gerne früh aufsteht, denn um 12.00 Uhr ist meine Ordi aufzusperren. Bei Christian braucht es nicht viel Überredungskunst. Sofort stimmt er zu, noch dazu, wo die Tour auch einen sportlichen Aspekt aufweist.
Um 3.45 Uhr wache ich schon vor dem Wecker auf, um 4.30 Uhr sitzt Christian bei mir im Auto und ohne viel Verkehr sind wir bereits um 6.00 deutlich an der Mitterfeldalm vorbei. Ein paar Wanderer werden zügig überholt, denn der Zeitplan ist knapp. Nur eine Gemse ist noch vor uns, doch die lässt uns bereitwillig vorbei.
In tollem Rot präsentiert sich uns das schon so gut bekannte Gemäuer und trotzdem ist es jedes Mal ergreifend.
Die Jause fällt kurz aus und schon werfen wir uns der Torsäule entgegen. Perfekter Fels bei eher sportlicher Absicherung nimmt uns sofort in den Bann. Die 1. Schlüsselstelle meistert Christian perfekt, bei der Zweiten VII+ Stelle meint er nur:“ komisch, die Schwierigkeit konnte ich nicht finden“. Im Nachstieg hatte ich sodann doch mehr Zeit zum Suchen und fand sie prompt. Mit Zittern und Schnaufen klebe ich an Nichts, aber irgendwie geht es dann doch. Alles Weitere ist allererste Sahne und mit leichter Verspätung geht es auch schon wieder zu den Rucksäcken.
Um 10.00 Uhr verabschiede ich mich von Christian im Laufschritt zum Arbeitsplatz, den ich auch knapp vor Arbeitsbeginn erreiche. Christian möchte jedoch in seinem Urlaub den Tag noch nutzen und ein wenig herumklettern.
Als ich Ihn am Abend vom Arthurhaus etwas knieweich abhole ist mir auch klar warum. Er erledigte noch Solo an den Eiskarplatten den „Coup Amarena“ ( VI) und anschließend an den Schoberköpfen „Cinderella“ ( VI-) mit Einstieg zur Verlängerung von „ Das Leben ist schön“ ( V+). Anschließende weitläufige Wanderung als Überschreitung der Schoberköpfe zum „Kniebeißer“. Und das bei der Hitze ! Nicht schlecht der Junge.
Zusammenfassung: man kann auch in regulären Arbeitswochen einiges unternehmen, bei Urlaub aber die Welt ausreißen.
Walter
Tourendatum: 18.8.2011 |