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Wilder Kaiser, Sonneck, „ Schee long“, VII+/Ao, ( VII-/Ao)

 

In Viktors Fremdgeh-Seite “Alpinsau” konnte ich lesen, dass er die „Schee long“ bereits im Frühjahr angehen wollte, auf Grund der Nässe jedoch einen Seitenhieb in die „Schee direkt“ machen musste und sodann wieder in die Originalroute zurückfand. Seine Zeilen machten Appetit auf mehr und so startete ich mit Peter nicht zu zeitig, um ein zu langes Klettern im Schatten zu vermeiden in den Kaiser; doch das wäre bei diesen spätsommerlichen Temperaturen eher von Vorteil gewesen.
Viel Klettervolk ist am Weg und das spornt an, rasch beim Einstieg zu sein, doch für unsere Tour scheint sich niemand sonst zu interessieren. Warum allerdings alle  ihre Rucksäcke beim Wasserfall deponieren, lässt uns nicht wirklich darüber nachdenken.
Der Wandsockel scheint heute nahezu trocken zu sein und voller Begeisterung startet Peter in den 1. Körperriss. Die gute Absicherung macht sich in seinem lockeren Kletterstil bemerkbar. Keine Rampferei, sondern elegantes Höherturnen macht Freude ans Nachsteigen. Die 2 VI+ Seillängen gehen ganz gut über die Bühne, wobei ich in der 2. SL knapp vorm Stand einmal ziemlich kämpfen musste. Aber dann geht’s an Eingemachte. Steil zieht die nächste SL nach oben. Mit einem Klimmzug und dynamischen Weitergreifen erreicht Peter die nächsten Leisten, an seinem Schnaufen erkennt man die Anstrengung und im folgenden Ao-Linksquergang muss er dann doch einmal rasten. Interessanter Weise muss die 3. AO-Stelle mittels eines 2er Friends überwunden werden, was bei der sonstigen perfekten Absicherung einen doch wundert, noch dazu ist es auch so im Topo angegeben!? Vielleicht wollte man so einen Hauch von Alpinismus der Tour eingeben? Na egal, hinten nach war es ebenfalls sehr anstrengend und der eine oder andere Haken musste wieder einmal herhalten um mich nach oben zu befördern. Auch die 4. Länge verlangt einiges ab, wobei das Hakenmogeln für mich hier schon eher zur Gewohnheit wird. Peter geht’s natürlich sauber frei. Die anschließenden leichten Genussplatten vergehen wie im Flug und der obere Wandteil bietet wieder Klettergenuss gehobeneren Grades. Der eine oder andere lockere Stein zeigt, dass man auch bei Bohrhakenrouten aufpassen muss. Der Abschlussriss bietet nochmals perfekten Fels, doch leider lassen die bereits schmerzenden Zehen den Genuss etwas schwinden.
Nach 5 Std. ist es vollbracht. Während sich Peter noch die Schuhe umzieht mache ich einen kurzen Abstecher zum 5 min. entfernten Gipfelkreuz. Der Weitblick ist grandios! Im Süden die Hohen Tauern und im Norden die  Kleine Halt, der wir erst vor wenigen Wochen einen Besuch abstatteten.
Schon etwas müde geht es nun an den Abstieg. Der Schnellabstieg zwischen Sonneck und Treffauer sollte es sein. Nur für trittsichere Alpinisten wird er beschrieben und dem kann man nur zustimmen. Keinerlei Hinweise zeigen die Richtung an. Im steilen Grasschrofengelände schleichen wir langsam tiefer. Irgendwo müsste doch der 1. Abseiler kommen. Erst nach einigem Suchen finden wir ihn und danach geht die Sucherei wieder los. Man hat ständig das Gefühl, dass sogleich ein Abbruch kommt, aber dann gibt es doch wieder eine Möglichkeit weiter abzusteigen. An der Oberkante des Wandsockels angekommen müssen wir erneut die Abseilstelle suchen und als wir sie gefunden haben steigt Erleichterung in uns auf. Geschafft! ----Denkste! Auch das Abseilen spießt sich wo es nur geht und erst nach 2 Stunden sitzen wir endlich wieder bei unseren Rucksäcken. Der Wanderweg über den Treffauer zum Wasserfall wäre wohl besser gewesen.

Walter                                                                                   

Tourendatum: 1.10.2011

     
 

 

 

Last update: 05.03.2012 Kontakt: info@karwendler.at
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