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Tennengebirge, Knallstein 2233m

 

Die letzte Kaltfront hat wieder ein paar cm Schnee hinterlassen, aber es verspricht ein wunderschöner Tag zu werden. Leider hat sich Peter mit seiner Frau  an den Gardasee verzogen und die sonstigen Kletterpartner müssen arbeiten oder sind gesundheitlich nicht ganz fit. Die Watzmann-Ostwand hat leider zu viel Schnee und somit fällt mir nichts besseres ein, als Wandern zu gehen.
Der Knallstein, über die Stefan-Schatzel-Hütte von Oberscheffau aus, ist landschaftlich wunderbar und ziemlich einsam, da eher weit.
Ohne Zeitdruck starte ich um 10.00 am Parkplatz. Zur Schatzelhütte sind 3 std. und auf den Knallstein 6 std. angegeben. Na mal sehen, wie sich das entwickelt. Schon nach kurzem Waldanstieg komme ich zur Schönalm, eine weite Fläche mit raureifiger Wiese. Erstmals präsentiert sich das Ziel. Sieht ganz schön weit aus, aber es soll ja auch ein Kletterersatz werden. Zügig wird die Alm überquert und steil führt der Weg durch den anschließenden Hochwald. Langsam werden die Schneeflecken mehr und das Knirschen auf den Krusten schmeckt mir gar nicht, denn der Winter ist nicht zu bremsen.
Schon nach 1 Std. erreiche ich die Hütte. Eiszapfen zieren den plätschernden Brunnen, sonst ist es völlig still. Ich lege meine Gamaschen an, beiße noch schnell einmal vom Jausenbrot ab und suche den Weiterweg. Dies ist gar nicht so leicht, denn die Markierungen sind schon meist unter der geschlossenen Schneedecke. Nur die die angedeuteten Mulden lassen den Weg erahnen.
Durch schönen Karst führt nun der Anstieg. Es heißt hier besondere Vorsicht, denn schnell ist man auf den dachförmigen Formationen ausgerutscht.
Der kurze Latschengürtel hat seine Tücken und nicht nur einmal verliere ich die Spur und stehe vor einer, mit Schnee geschmückten Latschenwand. Also wieder zurück und woanders suchen. Wieder im freien Gelände helfen Gamsspuren gut weiter. Sie kennen offensichtlich den richtigen Weg.
Am Fuß des Knallsteins bleibe ich kurz stehen. Eine düstere Wand baut sich auf. Ich studiere ein wenig die Verschneidungen und Grate, denn 2 Touren möchte ich im kommenden Sommer hier gerne gehen. Noch immer stehe ich im Schatten. Es ist kalt, also weiter.
Das Gelände wird wieder steiler und geht in verschneite Platten über. Gar nicht so leicht über die verschneiten, glatten Platten zu schleichen. Manchmal hilft nur weites Spreizen um wieder einen Tritt zu finden. Die Gangart wird langsamer, aber das Suchen im Schnee macht fast Spaß. Und dann, ganz plötzlich, stehe ich in der Sonne. Blendend, aber angenehm die Wärme.
Durch Pulverschnee auf hartem Grund stapfe ich weiter. Der Gipfelaufbau erlaubt noch ab und zu die Hände an den warmen Fels zu legen. Am Gipfel breitet sich mit einer nicht zu übertreffenden Fernsicht das gesamte Salzburger Alpenpanorama aus. Schade, jetzt wäre ein Begleiter zum Reden angenehm. Stattdessen begleitet mich im Abstieg eine Gämse und der staubende Pulver im Abstieg macht doch schon Lust auf hoffentlich schöne Schitouren.

Walter                                                                                  

Tourendatum: 22.10.2011

     
     

 

 

Last update: 08.05.2012 Kontakt: info@karwendler.at
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